Pränataldiagnostik

Vorgeburtliche Therapien – der ungeborene Patient

Die Fetalmedizin ist jener Teilbereich der Medizin, der sich mit dem kranken, ungeborenen Kind beschäftigt und laufend neue Behandlungsmethoden entwickelt. Die Möglichkeiten zur Behandlung von Erkrankungen und Fehlbildungen des Ungeborenen haben sich in den letzten Jahren stark verbessert. Neben der Gabe von Medikamenten über die Nabelschnur stehen zunehmend auch operative Methoden zur Behandlung des ungeborenen Kindes zur Verfügung.

So kann eine wachsende Zahl von Erkrankungen des Kindes, die bisher lebens-bedrohlich waren, heute bereits im Mutterleib erfolgreich behandelt werden. Beispiele dafür sind die Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind, ein Durchbruch der kindlichen Bauchwand, ein Harnröhrenverschluss oder verbundene Blutkreisläufe bei Zwillingen usw. Aktuell wird intensiv auf dem Gebiet der vorgeburtlichen Chirurgie (z.B. bei Herzfehlern) geforscht und es ist zu erwarten, dass sich in Zukunft neue Therapiemöglichkeiten eröffnen.

Manche Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen des Kindes sind zwar während der Schwangerschaft nicht behandelbar. Aber es kann von Vorteil sein, schon vor der Geburt darüber Bescheid zu wissen, um die Geburt in jenem Krankenhaus bzw. in jener Klinik planen zu können, in dem/in der das Kind sofort entsprechend behandelt werden kann.

Auch wenn viele werdende Eltern hoffen, dass ihrem kranken Kind bereits im Mutterleib geholfen werden kann, hat die Fetalmedizin ihre Grenzen Bis heute stehen z.B. für alle genetischen Erkrankungen und Chromosomenstörungen (z.B. das Down-Syndrom) noch keine geeigneten Behandlungsmethoden zur Verfügung. Auch klare Prognosen über den Verlauf oder das Ausmaß der Erkrankungen sind oft nicht möglich.

In einer solchen Situation stehen die Eltern vor der Frage, ob sie sich ein Leben mit einem behinderten oder kranken Kind vorstellen können – oder nicht.