Pränataldiagnostik

Ultraschall (Sonografie) in der Frühschwangerschaft

Wozu

Mit dem Basis-Ultraschall des Mutter-Kind-Passes können das Bestehen und das Alter einer Schwangerschaft festgestellt werden. Zudem wird überprüft, ob ein einzelnes Kind oder mehrere Kinder heranwachsen und ob eventuell eine Eileiterschwangerschaft besteht. Die erweiterte Ultraschalluntersuchung kann Hinweise auf mögliche Fehlbildungen und Chromosomenstörungen des ungeborenen Kindes geben.

Wie

Schallwellen, die der Mensch nicht hören kann, werden vom Körper der schwangeren Frau und des werdenden Kindes reflektiert und auf einem Bildschirm sichtbar gemacht. Diese Bilder vom ungeborenen Kind sind für den Arzt/die Ärztin sehr aufschlussreich. Im ersten Drittel der Schwangerschaft sind Ultraschalluntersuchungen über die Bauchdecke und über die Scheide (vaginaler Ultraschall) möglich.

Wann

Der Mutter-Kind-Pass sieht eine Ultraschalluntersuchung in der 8.-12. Schwangerschaftswoche vor. Das Ergebnis der Untersuchung liegt sofort vor.

Vorteile

Die meisten Ultraschallergebnisse geben der Frau und dem Arzt/der Ärztin die Sicherheit, dass die Schwangerschaft normal verläuft. Der voraussichtliche Geburtstermin kann in der Frühschwangerschaft am besten berechnet werden. Dies kann im späteren Verlauf der Schwangerschaft, z.B. bei Frühgeburtsbestrebungen oder Terminüberschreitungen bedeutsam werden. Zudem können bestimmte Erkrankungen des ungeborenen Kindes bereits jetzt erkannt und behandelt werden.

Nachteile, Risiken

Nach heutigem Wissensstand ist der Ultraschall für die schwangere Frau und ihr werdendes Kind nicht schädlich. Ultraschalluntersuchungen liefern jedoch nicht immer eindeutige Ergebnisse. Werden bei einer Ultraschalluntersuchung Verdachtsdiagnosen gestellt, die sich im Nachhinein nicht bestätigen, kann dies zu unnötigen Folgeuntersuchungen und Belastungen der Schwangeren führen.

Schwangerschaftserleben

Das Schwangerschaftserleben kann sich durch eine Ultraschalluntersuchung deutlich positiv wie auch negativ verändern. Stimmt das Untersuchungsergebnis mit dem eigenen Körpergefühl überein, trägt dies häufig zur Beruhigung der schwangeren Frau bei Ein unauffälliges Untersuchungsergebnis wirkt sich besonders günstig bei Frauen aus, die in früheren Schwangerschaften Probleme hatten. Bilder und Befunde können die Beziehung zum ungeborenen Kind intensivieren und festigen. Dies ist auch bei werdenden Vätern zu beobachten.

Ultraschallbilder und Befunde können bei schwangeren Frauen aber auch Zweifel am eigenen Körpergefühl auslösen.Manchmal vertrauen Frauen mehr der Technik und den Befunden als ihrer eigenen Wahrnehmungen. Im Fall geringfügiger Abweichungen von der Norm fühlen sich Schwangere häufig verunsichert. Die Frage "Was mache ich, wenn wirklich eine Fehlbildung oder Behinderung festgestellt wird?" kann die Schwangerschaft und die innere Beziehung zum ungeborenen Kind stark belasten.