Pränataldiagnostik

Nabelschnurpunktion (Chordozentese)

Wozu

Zeigen sich im Ultraschall Hinweise auf bestimmte Erkrankungen des ungeborenen Kindes, können diese Erkrankungen mit einer Nabelschnurpunktion bestätigt oder ausgeschlossen werden (z.B. Blutarmut, Infektionen oder Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind). Mit dieser Untersuchung können zudem die kindlichen Erbanlagen festgestellt werden. Auf diesem Weg können dem Kind auch direkt Medikamente oder z.B. bei Blutarmut Bluttransfusionen verabreicht werden.

Wie

Mit einer dünnen Nadel wird unter Ultraschallkontrolle durch die Bauchdecke der Mutter kindliches Blut aus der Nabelschnur entnommen.

Wann

Diese Untersuchung ist ab der 20. Schwangerschaftswoche möglich.

Wo

Der Eingriff wird durch Ärztinnen/Ärzte spezialisierter Einrichtungen durchgeführt, da für die Anwendung ein großes Maß an Erfahrung notwendig is.

Vor- und Nachteile, Risiken

In vielen Fällen kann die Verabreichung von Medikamenten oder die Übertragung von Blut die Entwicklungs- und Lebenschancen des Kindes entscheidend verbessern.
Die Untersuchung hat ein Fehlgeburtsrisiko von ca. 1-2%.

Schwangerschaftserleben

Die Untersuchung wird meist als unangenehm erlebt. Viele Frauen haben Angst, dass das Kind beim Eingriff verletzt werden könnte. Wartezeiten werden häufig als "Schwangerschaft auf Probe" erlebt und werden meist als sehr belastend empfunden.
Auf der anderen Seite kann es für Eltern, die große Ängste vor einer bestimmten Erkrankung des Kindes haben, sehr beruhigend sein, zu wissen, dass diese Erkrankung nicht vorliegt. Die Schwangerschaft wird dann meist entspannter und weniger angstbesetzt erlebt.