Pränataldiagnostik

Hilfreiche Fragen, um Ihre Position zur Pränataldiagnostik zu klären.

Bevor Sie sich dazu entschließen, pränataldiagnostische Untersuchungen in Anspruch zu nehmen, ist es sinnvoll, sich folgende Fragen zu stellen und für sich zu klären:

  1. Warum will ich spezielle vorgeburtliche Untersuchungen in Anspruch bzw. nicht in Anspruch nehmen? Welche Gründe sprechen für mich persönlich dafür/dagegen?

  2. Welche Vorstellungen von "Behinderung" und "Krankheit" habe ich allgemein, welche von "Gesundheit" und "Normalität"? Kenne ich behinderte Menschen und sind meine Bilder von "Behinderung" daher realistisch?

  3. Was würde es für mich bedeuten, ein krankes oder behindertes Kind zu bekommen?
    • Welche Gefühle löst dieser Gedanke bei mir aus?
    • Kann ich mir vorstellen, mein Leben auf die Bedürfnisse eines kranken oder behinderten Kindes einzustellen?
    • Könnte ich mich auf  Unterstützung von Seiten meines Partners, meiner Familie oder meines Freundeskreises verlassen?
    • Würde ich Hilfe von außen (Elterninitiativen/Selbsthilfegruppen, finanzielle Unterstützung, entlastende Dienste etc.) annehmen?

  4. Wäre ich bereit, das Risiko einer Fehlgeburt durch einen Eingriff einzugehen, um sichere Informationen über eine mögliche Behinderung des ungeborenen Kindes zu erhalten (Es besteht ein Risiko von ca. 0,5-1% bei einer Punktion des Mutterkuchens bzw. des Fruchtwassers eine Fehlgeburt auszulösen)?

  5. Kann ich mir vorstellen, auf Untersuchungen zu verzichten und damit ein gewisses Risiko einzugehen, ein krankes oder behindertes Kind zu bekommen, von dem ich vor der Geburt nichts weiß?
    Zur Information:
    • 96%-97% aller Kinder kommen bei der Geburt ohne Behinderungen oder Fehlbildungen zur Welt.
    • Von 100 Frauen, die bei der Geburt ihres Kindes 40 Jahre alt sind, erwartet   statistisch gesehen eine Frau ein Kind mit Down-Syndrom (Trisomie 21). Bei jüngeren Frauen ist die Wahrscheinlichkeit für ein betroffenes Kind noch geringer.
    • Die Natur selbst versucht, mögliche Behinderungen oder Erkrankungen bereits in den ersten 3-4 Schwangerschaftsmonaten durch eine natürliche Fehlgeburtsrate von ca. 20% zu vermeiden.
    • Werden bestimmte Erkrankungen durch pränatale Diagnostik frühzeitig entdeckt, kann die nachfolgende Therapie die Prognose für das Kind wesentlich verbessern.

  6. Bin ich bereit, mich mit einem möglichen Schwangerschaftsabbruch auseinander-zusetzen? Nach pränataler Diagnostik würde der Schwangerschaftsabbruch zu einem relativ späten Zeitpunkt erfolgen. In der Regel handelt es sich dabei um eine eingeleitete Geburt, die eine große Belastung bedeuten kann.

Wenn Sie diese oder weitere Fragen mit einer Fachperson besprechen möchten, finden Sie im Anhang eine Liste kostenloser Beratungsangebote.